Die Offenbarung des Johannes ist das Schluss- und Krönungskapitel der gesamten Heiligen Schrift. Sie ist nicht bloß ein Buch über die Zukunft – sie ist vor allem und zuerst eine Offenbarung Jesu Christi: eine Enthüllung seiner Herrlichkeit, seiner Macht und seines endgültigen Sieges über alle Mächte der Finsternis. Wer die Offenbarung liest, ohne Christus in ihrem Zentrum zu erkennen, hat ihr Wesen verfehlt.
Das griechische Wort *Apokalypsis* (Ἀποκάλυψις) bedeutet „Enthüllung„ oder „Offenlegung“ – das genaue Gegenteil dessen, was der populäre Begriff „Apokalypse„ heute suggeriert. Es geht nicht um Verschleierung und Rätsel, sondern um das Aufdecken dessen, was verborgen war. Gott selbst zieht den Vorhang zurück und zeigt seinem Volk, was kommen wird.
Die Kette der Offenbarung verläuft von Gott dem Vater zu Jesus Christus, von Christus zu seinem Engel, vom Engel zu Johannes, und von Johannes zu den Gemeinden. Jede Stufe ist ein Akt göttlicher Herablassung.
Der Verfasser nennt sich selbst „Johannes„ und beschreibt seine Situation:
Die altkirchliche Überlieferung identifiziert diesen Johannes mit dem Apostel Johannes, dem Lieblingsjünger des Herrn, dem Verfasser des Johannesevangeliums und der Johannesbriefe. Er wurde unter Kaiser Domitian (um 95 n. Chr.) auf die Felseninsel Patmos in der Ägäis verbannt. Dort, in der Einsamkeit der Verbannung, empfing er die gewaltigste Vision der Heilsgeschichte.
Das Buch umfasst 22 Kapitel und lässt sich in mehrere große Abschnitte gliedern:
Die Offenbarung ist in erster Linie eine Christusoffenbarung. Hier einige der gewaltigsten Bilder des verherrlichten Herrn:
Dies ist nicht mehr der demütige Zimmermann von Nazareth. Dies ist der verherrlichte Christus in seiner ganzen Majestät – derselbe, der am Kreuz hing, nun aber in unnahbarer Herrlichkeit erstrahlt. Johannes, der einst an seiner Brust lag, fällt vor ihm nieder „wie ein Toter“ (Offenbarung 1, 17).
Das Lamm steht – es lebt! – obwohl es „erwürget“ war. Die Wundmale der Kreuzigung sind in der Ewigkeit sichtbar. Die sieben Hörner symbolisieren vollkommene Macht, die sieben Augen vollkommene Erkenntnis. Das Opferlamm ist zugleich der allmächtige Herrscher des Universums.
Christus kommt wieder – nicht als leidendes Lamm, sondern als siegreicher König. Sein Name: „Treu und Wahrhaftig“. Sein Gewand ist mit Blut besprengt. Und auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte steht geschrieben: „Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren„ (Offenbarung 19, 16).
Christus umfasst die gesamte Geschichte. Er steht am Anfang und am Ende. Nichts geschieht außerhalb seiner Herrschaft. Er ist der Ursprung aller Dinge und das Ziel aller Dinge – das A und das O, der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets.
Die Offenbarung enthält sieben Seligpreisungen – eine vollkommene Zahl, die wie ein goldener Faden über das ganze Buch verteilt ist:
Diese sieben Seligpreisungen bilden einen Rahmen, der das ganze Buch durchzieht. Sie beginnen mit dem Lesen und Hören des Wortes und enden mit dem Zugang zum Holz des Lebens – dem wiederhergestellten Eden.
Die Bibel ist ein einziges, zusammenhängendes Werk Gottes, und nirgendwo wird dies deutlicher als im Vergleich von Genesis und Offenbarung:
Dieser große Bogen zeigt: Die Bibel ist kein zufälliges Sammelwerk, sondern ein einziger, göttlich orchestrierter Heilsplan, der in der Schöpfung beginnt und in der Neuschöpfung sein Ziel findet.
Das letzte Gebet der Bibel ist ein Ruf nach dem Kommen Christi:
Die ganze Schrift mündet in diese Erwartung: Komm, HERR Jesu! Die Offenbarung ist darum kein Buch der Angst, sondern ein Buch der Hoffnung – für alle, die dem Lamm gehören. Sie ist der Trost der verfolgten Gemeinde, die Gewissheit des Sieges und die Verheißung der ewigen Gemeinschaft mit dem, der spricht: „Ich bin das A und das O.„
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Siehe auch: Genesis | Satan | Messias | König | Eden | Protevangelium