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📖 Exegese & Textanalyse

Die Exegese (aus dem Griechischen *exēgeisthai* = „herausführen“, „auslegen“) ist die theologische und philologische Kunst, den wahren Sinn eines biblischen Textes aus ihm *herauszulesen*. Sie ist das absolute Gegenteil der „Eisegese“ (Hineinlesen), bei der eigene theologische Konzepte oder Wünsche in den Text hineininterpretiert werden.

„Befleißige dich, dich selbst Gott als bewährt zur Verfügung zu stellen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet.“
2. Timotheus 2,15

1. Die fundamentalen Regeln der Exegese

Wer die Bibel unverfälscht verstehen will, muss sich dem Text unterwerfen und folgende Grundregeln anwenden:

2. Der vierfache Schriftsinn (Die Tiefe des Textes)

Die Reformation lehrte, dass ein Text in erster Linie seinen wörtlichen (historischen) Sinn hat. Doch Gottes Wort ist lebendig und hat oft gewaltige prophetische und typologische Tiefen:

3. Gefahren der Auslegung

Die größte Gefahr ist die Eisegese, das Hineinlesen eigener Meinungen. Ebenso gefährlich ist die reine Allegorisierung, bei der historische Fakten geleugnet werden (z.B. die Behauptung, Adam und Eva seien nie echte Personen gewesen, sondern nur Symbole für „Verstand und Gefühl“). Eine solche Auslegung zerstört das Fundament des Evangeliums.

Handwerkszeug der Exegese

Für eine gesunde Exegese benötigt man:

Siehe auch: