Die Zahl 30 hat in der biblischen Theologie zwei extrem prägnante, voneinander getrennte Bedeutungen. Einerseits ist es der exakte Preis des Blutes und des Verrats. Andererseits ist es die von Gott festgesetzte Zahl für die vollkommene geistliche, physische und rechtliche Reife, um ein göttliches Amt oder einen öffentlichen Dienst antreten zu können.
Nach dem Gesetz des Alten Testaments durfte ein Priester oder Levit nicht einfach in jungen Jahren seinen Dienst in der Stiftshütte beginnen. Er musste warten, bis er das Alter der vollen Reife erreicht hatte:
„…von dreißig Jahren an und darüber bis zu fünfzig Jahren, jeden, der in das Dienstheer eintritt, um das Werk am Zelt der Begegnung zu verrichten.“ \ — 4. Mose 4,3
Dieses Prinzip der „Dreißig“ als Startpunkt für den großen göttlichen Dienst zieht sich wie ein roter Faden durch die Heilsgeschichte:
Auf der dunklen Seite der prophetischen Medaille steht die 30 als das absolute Symbol für den Wert eines Sklaven und den Preis des Verrats. Im Gesetz des Mose wurde festgelegt: Wenn ein Ochse einen fremden Sklaven oder eine Sklavin tötete, musste der Besitzer dem Herrn des Sklaven als Entschädigung exakt 30 Schekel Silber zahlen (2. Mose 21,32). Das war der offizielle Preis für ein menschliches Leben niedersten Standes.
Sacharja weissagte prophetisch Hunderte Jahre im Voraus, dass Israel seinen wahren Hirten (den Messias) genau auf diesen Spottpreis taxieren würde:
„Und sie wogen meinen Lohn ab, dreißig Silberstücke. Und der HERR sprach zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin – den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wertgeachtet bin!“ \ — Sacharja 11,12-13
Das erfüllte sich buchstäblich in der Nacht des Verrats. Judas Iskariot ging zu den Hohenpriestern und fragte: „Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern? Sie aber zahlten ihm dreißig Silberlinge dar.“ (Matthäus 26,15). Der Schöpfer des Universums ließ Sich für den exakten Preis eines getöteten Sklaven verkaufen, um die Menschheit aus der Sklaverei der Sünde freizukaufen!
— Siehe auch: \