Der Präterismus (von lat. *praeter* = vergangen) ist eine theologische Sichtweise der Endzeit, die davon ausgeht, dass die meisten oder sogar alle prophetischen Ereignisse der Offenbarung bereits in der Vergangenheit erfüllt wurden. Im klassischen Präterismus wird die Erfüllung dieser Prophetien meist im ersten Jahrhundert n. Chr. gesehen, insbesondere mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer.
Man unterscheidet grundlegend zwischen dem partiellen Präterismus (der noch eine zukünftige Wiederkunft Christi und ein kommendes Endgericht erwartet) und dem extremen Vollpräterismus (der behauptet, dass auch die Wiederkunft und die Auferstehung bereits im 1. Jahrhundert unsichtbar bzw. geistlich stattgefunden haben). Letzterer wird von der orthodoxen Christenheit als Häresie abgelehnt.